Rundbrief Nr. 2 - Februar 2015

Rundbrief Nr. 2 Februar 2015

 

Vergleichen Sie altes und neues Wissen zu unseren Heilpflanzen. In diesem Monat hat Birgit Andersen, die Heilpraktikerin, welche in der Gärtnerei Heilkräuterkurse anbietet, einen Kommentar zur Pflanze des Monats geschrieben.

 

Huflattich – die Pflanze des Monats

Kenntnisse aus dem 18. Jahrhundert:

Tussicularis, Farfara, Farfarella

Huflattich, Brandlattich, Roßhuf, Quirinkraut

"Ist warm im ersten und anderen, und trocken im ersten HuflattichGrad, dienet der Brust im Husten, Engbrüstigkeit, Lungen und anderen höchstgefährlichen innerlichen Brustgeschwären, der Schwindsucht, Abzehren und Abnehmen der Glieder, Seitenstechen, Keuchen und scharfen Flüssen. Aeußerlich curiret dieses Kräutgen den kalten Brand und aufgerissene Brustwärzlein, allerhand hitzige Geschwäre und Entzündungen, erweichet, zeitiget, reifet, und pfleget in erweichenden und lindernden Umschlägen. Pflastern und Einstiren verordnet zu werden. Seine Wurzel bestehet aus zähem Schleim, so etwas Salz bei sich führend wird zu 4 Loth und drüber in Wasser, Milch, Wein oder Bier abgekochet. Die Blätter, Samen und Blüten kommen mit der Wurzel überein. Man findet aus der Tussilagine unterschiedene Medicamenten, als den Syrup aus dem Saft (Syrupum de Farfara), die im Zucker eingesetzten oder eingemachten Blumen, und das aus den Blättern destillirte Wasser."

(von Frankenau, Georg Franck: Flora Francica Aucta oder vollständiges Kräuter-Lexikon, worinnen aller bekannten aus- und inländischen Kräuter, Bäume, Stauden, Blumen, Wurzeln c. Verschiedene lateinisch- und deutsche Namen, Temperamente, Kräfte, Nutzen, Wirkungen und Präparata gründlich beschrieben werden, 1766)

 

Aus unserem heutigen Wissen:

Huflattich, lat.: tussilago farfara ( bedeutet übersetzt Husten vertreiben)

Seine goldgelben Korbblüten zeigen sich meist schon zeitig im Februar/März. Erst nach der Blütezeit entwickeln sich die großen, hufförmigen, an der Unterseite weißfilzigen Blätter. Arzneilich verwendet werden hauptsächlich die Blätter (Sammelzeit Juni/Juli).

Der Huflattich gehört zu unseren ältesten und besten Hustenheilmitteln, er fördert die Schleimablösung bei lästigen, hartnäckigen Katarrhen der Atemwege und Bronchien, sowie bei krampfhaften Reizhusten des Rachens und Kehlkopfes. Zur Hustenlinderung wird der Kräutertee gerne mit Honig gesüßt.

Zubereitung pro Tasse: 1 Teelöffel Huflattichblätter überbrühen, 10 Minuten ziehen lassen, 3 Tassen über den Tag verteilt trinken.

Beliebt ist auch der Hustensirup: die frischen, kleingeschnittenen Blätter werden schichtweise mit Honig in ein Schraubglas gefüllt, bei Zimmertemperatur 2 Wochen ziehen lassen, abfiltern und gut verschlossen, kühl lagern.

Zur Verwendung des Huflattichs: Laut Kommission E ist sein Gebrauch eingeschränkt worden, er enthält eine geringe Menge Pyrrolizidinal-Alkaloide (0,01-0,02 %) und sollte demnach nicht länger als 3 Wochen in Folge eingenommen werden. Im Handel sind PA-freie Zubereitungen erhältlich.

 

Birgit Andersen bietet in diesem Jahr eine Ausbildung zur Pflanzenheilkunde an fünf Wochenenden in der Gärtnerei an.

Aus den alten Wissens-Schätzen schöpfen und neue Erkenntnisse anwenden ist unter anderem Inhalt meines Ausbildungsprogramms.. Die Pflanzenvielfalt der Kräutergärtnerei kann uns vor Ort reichlich Anregung geben, praktisch tätig zu werden. Nähere Informationen unter: www.naturheilpraxis-birgit-andersen.de.oder telefonisch: Naturheilpraxis an der Marienkirche Birgit Andersen, 0461-80709835.

 

Kennen Sie die Bachbunge?

Die Bachbunge (Veronica beccabunga) ist in unseren Auen und an Teichufern gar nicht so selten anzufinden, es sind eher die kühlen Gewässer, die sie bevorzugt. Als Ehrenpreisgewächs hat sie die typisch blauen Blüten, die immergrünen, sukkulenten Blätter breiten sich mit kriechendem Wuchs aus. In der Volksheilkunde wird die Bachbunge verwendet gegen Rheuma und zur Nieren- und Blutreinigung. Hildegard von Bingen hat sie empfohlen bei Verstopfung, Gicht und Skorbut (hoher Vitamin C gehalt)

Jetzt zu dieser Jahreszeit sind die Blätter angenehm würzig mit leicht bitterem Geschmack, bei steigendem Sonnenstand wird sie zusehends bitterer und fast ungenießbar.

Das folgende Rezept einer Kundin ist schnell zubereitet:

Frühjahrsauerkrautsalat

500g Sauerkraut, schneiden

1 großer Apfel, möglichst mit roter Schale in feine Scheibchen schneiden

2-3 Gewürzgurken, würfeln

1 Handvoll junger Brennesseln, fein gewiegt

bei Bedarf etwas Kräutersalz

2-3 Eßl. Mayonnaise oder Creme fraiche

1-2 EL Öl

 

Alles gut vermischen und 1 Stunde ziehen lassen

 

Aus der Gärtnerei:

Zur Zeit planen wir den Kräutertag, unseren Tag der offenen Tür am 31. Mai.

Wir freuen uns über ehrenamtliche Helfer(innen), die uns vor allem bei Veranstaltungen unterstützen möchten

Kräuter aktiv erleben für Gruppen ab 12 Personen

Sie planen:

  • einen Betriebsausflug?
  • als Gruppe Ihr Wissen zu erweitern?
  • als Verein einen vergnügten und informativen Nachmittag zu verbringen?

Immer nur zuhören ist ermüdend. Bei diesen Kräuterführungen steht das Kennenlernen durch Tun im Vordergrund. Ausgehend von einem Thema, das Sie als Gruppe vorher gewählt haben, werden Sie die Kräuter verarbeiten. Darüber hinaus können Sie wichtige Informationen über Ihr Thema und Rezepte mit nach Hause nehmen.

Fordern Sie hier die vollständige Kursliste an.

 

von Ulla Hasbach (Kommentare: 0)

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